Am 26.Mai 1881 wurde von ehemaligen Schülern des Königlichen Wilhelmsgymnasium im Sacrower Park in Potsdam die Verbindung Guilelmia mit den Farben Grün-Rot-Gold gegründet, welche sich 1886 in Landsmannschaft (in Folge nur noch L!) Guilelmia umbenannte und noch im gleichen Jahr mit der L! Cimbria Berlin fusionierte.

369_grZwei Jahre später, 1888, wurde in Karlsruhe die L! Alania, der zweite Ast im Stammbaum der heutigen L! Brandenburg, gegründet. Alania war ursprünglich ein akademischer, schlagender Chemikerverein. Im Jahre 1913 verließ Alania aber Karlsruhe, um sich mit der 1894 gegründeten und in Berlin-Charlottenburg ansässigen L! Ascania, dem dritten Ast unseres Stammbaums, zur L! Frankonia zusammen zu schließen.

Zwei Jahre nach der Gründung Ascanias, im Jahre 1896, wurde, ebensfalls in Charlottenburg, auf dem akademischen Kegelclub Paludia basierend, die L! Brandenburgia gegründet, in welcher im Jahre 1914 die Verbindung Rhenania, von der landwirtschaftlichen Hochschule, aufging. Am 4. Januar 1919 fusionierte Brandenburgia mit Frankonia zur L! Ascania-Brandenburgia.

Der ''große'' Krieg

235_grDer 1. Weltkrieg schränkte das Leben der studentischen Korporationen stark ein, da sich viele Studenten aus patriotischer Überzeugung freiwillig an die Front meldeten. Die Korporationshäuser dienten in dieser Zeit als Lazarette oder zur Soldatenerholung und das Korporationsleben beschränkte sich auf Hilfsdienste und Soldatenbetreuung. Am Ende des Krieges hatten Ascania-Brandenburgia 29 und Guilelmia 26 gefallene Bundesbrüder zu beklagen.

Aufschwung in der Weimarer Republik

In den zwanziger Jahren erlebten die waffenstudentischen Verbindungen, bedingt durch die wirtschaftliche Krise, einen regen Zulauf, da viele Studenten nach Hilfe, Freundschaft und Geborgenheit suchten. Durch das Aufblühen des Korporationslebens und der damit verbundene Zuwachs an Aktiven verstärkte sich der Wunsch der Bünde nach eigenen Korporationshäusern. In diesem Zusammenhang erwarb Ascania-Brandenburgia 1927 ihr eigenes Haus in der Kirschenallee 23. Guilelmia mietete ein leerstehendes Offizierscasino in der Papestraße in Schöneberg. Zusätzlich zu dem traditionellen Fechten auf dem Paukboden war das Korporationsleben dieser Zeit geprägt durch Leibesertüchtigungen, wie Rudern oder leichtathletische Wettkämpfe. Dadurch kam die Aktivitas eines Bundes fast täglich zusammen und verbrachte ihre Zeit gemeinsam beim Sport, bei Conventen, Kneipen oder Spieleabenden, was eine wichtige Grundlage für lebenslange Freundschaften und gegenseitige Hilfe in Notzeiten ist.

Die Zeit des Nationalsozialismus

Mit der Machtübernahme der NSDAP im Jahre 1933 brachen schwere Zeiten für studentische Korporationen an. Die Bünde standen unter staatlicher Kontrolle der NSDAP und ihres NS-Studentenbundes, weshalb sich viele von ihnen auflösten, so auch Ascania-Brandenburgia, die 1936 ihre Farben ablegte, nachdem sie eine Überführung in eine nationalsozialistische Kameradschaft verweigerte, welche sich darauf in das Haus in der Kirschenallee einquartierte. Guilelmia verlor das Mietrecht in der Papestraße und zog in eine Wohnung in der Saarlandstraße um. Innerhalb dieser NS-Kameradschaften gelang es aber, weiterhin traditionell-korporationsstudentisches Leben fortzuführen. Dies jedoch - nicht zuletzt auch durch die Ausnahmesituation des Krieges - nur in einem begrenztem Rahmen.

Phönix aus der Asche

236_grNach dem Krieg war das Haus in der Kirschenallee vollständig ausgebombt, die Saarlandstraße lag im sowjetischen Sektor. Erst mit der Währungsreform 1948 begann das Korporationsleben sich langsam zu restaurieren. Dazu trafen sich die die Alten Herren sowohl von Guilelmia, als auch von Ascania-Brandenburgia und beschlossen die gemeinsame Neueröffnung des Aktivenbetriebes in Berlin. Am 6. Juni 1951 fand dazu der feierliche Zusammenschluss beider Bünde zur L! Brandenburg statt. Die Jahre nach '51 waren dem Wiederaufbau von Haus und Aktivitas gewidmet. Zunächst gab es noch keinen Mensurbetrieb, da die Berliner Hochschulen eine Mitgliedschaft in einer waffenstudentischen Verbindung nicht duldeten und das Aufweisen eines Schmisses zur sofortigen Exmatrikulation geführt hätte. Erst als die westdeutschen Universitäten sich Korporationen gegenüber toleranter zeigten und der Bundesgerichtshof die Sportmensur rechtlich genehmigte, lockerten auch die Berliner Hochschulen ihre Vorschriften.

Am 11. März 1954 wurde der aktive Betrieb der L! Brandenburg offiziell wieder eröffnet und bereits fünf Monate später konnten die ersten Partien gefochten werden. Die ersten viereinhalb Jahre mußte das Bundesleben allerdings auf dem Haus der L! Altmark (der heutigen L! Preußen) stattfinden, doch im November 1958 konnte unser Haus in der Kirschenallee endlich wieder von der Aktivitas bezogen werden. Diese war in den folgenden Jahren bemüht, die überlieferten Werte der Vergangenheit dem neuen Zeitgeist anzupassen, ohne dabei aber die korporative Grundidee der Erziehung und Charakterbildung völlig aufzugeben. Zu den Veränderungen des Bundeslebens gehörten zum Beispiel die Lockerung der Commentregeln, oder die verstärkte Teilnahme von Damen am Bundesleben.

Zu Beginn der 70er Jahre fällte der Coburger Convent (CC), den Entschluss, ausländischen Studenten, die in Deutschland studieren, eine Mitgliedschaft in einer CC-Korporation zu ermöglichen. Dieser Beschluss wurde von unserer Landsmannschaft sehr begrüßt und prägte unser Bundesleben nachhaltig.

Am 23. 10.1982 fand für unseren Bund die bisher letzte Fusion statt. Dabei schlossen sich die L! Brandenburg und die L! Saxonia zur L! Brandenburg zusammen. Von Saxonia wurde die weiße Mütze mit eingebracht, welche in Kombination mit dem grün-rot-goldenem Band der ehemaligen Guilelmia, das unverwechselbare Outfit von Siegern weithin sichtbar macht.

Geschichtliche Eckdaten
  • 26. Mai 1881: Gründung der Verbindung Guilelmia
  • 1888: Gründung der L! Alania in Karlsruhe
  • 1896: Gründung d. L! Brandenburgia
  • 4. Januar 1919: Fusion mit L! Frankonia zu L! Ascania-Brandenburgia
  • 1927: Erwerb d. Hauses in der Kirschenallee 23
  • 6. Juni 1951: Fusion von Guilelmia und Ascania- Brandenburgia zu L! Brandenburg
  • 23. 10.1982: Fusion der L! Brandenburg und der L! Saxonia zu L! Brandenburg