Nach der Wiederaufnahme des Verbindungslebens in Berlin in den 1950er Jahren zeigte sich bald, dass der Weg von und nach Berlin für einen Großteil der Bundesbrüder einen erheblichen Aufwand darstellte. Aus diesem Umstand heraus erwuchs die Idee für ein “kleines Stiftungsfest” im westdeutschen Raum. Maßgeblichen Anteil an der damaligen kontinuierlichen Durchführung der Burgentreffen gebührt AH Latte. Traditionell fanden die Treffen immer im Herbst auf jährlich wechselnden Burgen statt. Primär sind seinerzeit die Aktiven in die Nähe des Rheins gereist.

Die Burgentreffen entwickelten sich zu einer festen Tradition im Bewusstsein der Brandenburger. Insbesondere boten sie die Möglichkeit, jene Alten Herren im Kreise der Bundesbrüder zu treffen, die sich die beschwerliche Reise aufs Berliner Haus nicht mehr zumuten konnten. Bei meist herrlichem Spätsommerwetter wurde so im Laufe der Jahre die Vielfalt der deutschen Burgen erlebt.

Die Burg Spangenberg

In den 1970er Jahren verschlug es das Burgentreffen auch nach Spangenberg im Hessischen. Offenbar war dort die Atmosphäre und Gastfreundschaft so großartig, dass das Interesse an anderen, bis dahin ungesehenen Burgen zum Erliegen kam. Im Laufe von mehr als 20 Jahren wandelte sich der Begriff “Burgentreffen” zu “Spangenberg”. Gern wiederholte Geschichten wissen von innigen Verbrüderungen mit den Einheimischen zu berichten. Beim Löschen des wohl stets übermächtigen Durstes haben die Brandenburger sich sogar den Respekt der Spangenberger Freiwilligen Feuerwehr erarbeitet. Um uns und unser Haus vor den Brandgefahren zu beschützen, wurde daher auch ein Brandenburger besonders in dieses aufopferungsvolle Amt eingewiesen. Seither steht er als Feuerwehr-Hauptmann allen Brandenburgern in Stunden großer Kehlenbrandgefahr zur Seite und schützt damit unser Haus vor dem Abbrennen.

post Spangenberg

245_grDas Interesse an anderen Burgen kam zu Erliegen – nicht ganz! Eine kleine wackere Schar von Alten Herren konnte dann doch 1998 erstmalig die Brandenburger auf dem Weg nach Spangenberg umleiten. Schloß Waldeck über der Edertalspeere war nicht wesentlich weiter weg, aber eben seit mehr als 20 Jahren doch ein Novum. Dieses sehr gelungene Burgentreffen mit seinen Veranstaltungen im mittelalterlichen Stil wurde gleich so begeistert aufgenommen, dass es für das folgende Jahr gleich wieder als Ziel erwählt wurde. In jenem Jahr ließ es sich dann die Trenchcoat-Mafia (AHAH Latte, Reschat, Woicke und König) mit ihren insg. 369 Lebensjahren nicht nehmen, den schwachen Aktiven und den noch schwächeren Alten Herren zu zeigen, was es heißt, aktiv zu sein. Sie haben die Tradition des Burgentreffens entscheidend geprägt und sind damit die Verkörperung des “… und jung Du trotzdem mit den Jungen, …”.

Bei strahlendem Sonnenschein endet dann mit dem sonntäglichen Frühschoppen das “kleine Stiftungsfest” der Brandenburger. Hier werden die Wunden der nächtlichen Ausharrens gepflegt und die Planung für das folgende Jahr begonnen.

Das Procedere

246_grTraditionell erfolgt die Anreise aus allen Landen am Freitag. Dabei können sich die zuletzt eintreffenden Bundesbrüder stets darauf verlassen, dass auch zu spätester Stunde noch eine Abordnung Ritter für ihren gebührenden Empfang abgestellt ist.

Der Samstag ist geprägt vom unvermeidlichen Kulturprogramm. So lernt man die nähere Umgebung mit ihren Sehenswürdigkeiten und die Qualitäten des lokalen Gerstensaftes kennen. Aus Erfahrung heraus sind die Anstrengungen aber immer so wohldosiert, dass alle Bundesbrüder gefahrlos den Abend erreichen. Dieser bildet mit dem Ritteressen den traditionellen Höhepunkt jeden Burgentreffens. In Abhängigkeit der realen Bedingungen erlebt man die verschiedenen Facetten des mittelalterlichen Schlemmens. Meist wird durch das Burggesinde viel zu früh die Neige der Nahrungsmittel verkündet, weshalb immer wieder die Tapferkeit, Beständigkeit und Hartnäckigkeit der Brandenburger Ritter herausgefordert wird.

244_grBei strahlendem Sonnenschein endet dann mit dem sonntäglichen Frühschoppen das “kleine Stiftungsfest” der Brandenburger. Hier werden die Wunden der nächtlichen Ausharrens gepflegt und die Planung für das folgende Jahr begonnen.