Trainiert werden vom Weltmeister und Olympia-Sieger

Jerzy 'Jurek' Kaczmarek
Unser Fechtmeister Jurek wurde am 08.01.1948 in Lubsko als Jerzy Kaczmarek geboren.

406_grNach Abschluss der Oberschule in Posen besuchte er ab 1969 die Sportakademie in Warschau, an der er 1974 zum Diplom-Sportlehrer examinierte. Ab dem 12. Lebensjahr versuchte sich Jurek in diversen Sportarten, bis er nach rund zwei Jahren zum Fechtsport fand. Drei Jahre danach, im Alter von 17 Jahren, begann sein aktiver Leistungssport, den er zehn weitere Jahre später mit etlichen Trophäen in der Vitrine beendete. Seit 1977 lebt Jurek in Deutschland. Er ist zum dritten Mal verheiratet und kann mit Fug und Recht behaupten, dass alle seine drei Ehen etwas ganz Besonderes waren (bzw. die letzte ist): Die erste führte er mit einer Miss Berlin, die zweite brachte eine Tochter hervor und die dritte funktioniert.

Ausbildung

404_grMit dem Fechtsport begann er im Alter von 14 Jahren beim Sportclub Lech in Posen unter der Aufsicht von Ignacy Hoffa. Nach dem Wechsel zu einem anderen Sportclub wurde er von dem in Polen recht bekannten Jan Nowak trainiert, der bis heute den fechterischen Nachwuchs seines Landes aufbaut. Dieser ließ Jurek schon als Teenager an den Junioren-Weltmeisterschaften teilnehmen, wodurch jener auch von Nationaltrainer Zbigniew Skrudlik im Umgang mit der Klinge unterwiesen wurde. Weitere wichtige Ausbilder, die Jureks Fechtkunst fundamentierten, waren Andrzej Prezdziecki sowie Wladek Kurpiewski.

Erfolge

403_grPolens Florett-Mannschaft Olympia 1972 Schon recht früh wurde Jurek zweimal polnischer Junioren-Vizemeister, damals noch auf Degen. Mit dem Florett, seiner eigentlichen Waffe, feierte er jedoch weit größere Erfolge. Im Alter von 20 Jahren wurde er 1968 in London das erste Mal Weltmeister, ein Jahr später in Havanna Vize-Weltmeister mit der Mannschaft, ebenso 1971 in Wien. 1972 erlebte er den wahrscheinlich größten Triumph, den ein Athlet haben kann, er wurde mit der Mannschaft Olympiasieger in München. 1974 kam noch einmal der zweite Platz der Mannschaft während der WM in Grenoble hinzu. Die letzte WM, an der Jurek teilnahm, war die in Budapest 1975. Danach, im Alter von 27 Jahren gab er den Hochleistungssport, nicht jedoch das Fechten auf. So wurde er nach 1977 u. a. noch mehrfach Berliner Meister.

Fechtmeister

407_grNach Deutschland siedelte Jurek im Jahre 1977 über. Ein Jahr später trat Herr Wbr. Prof. Dr. Ring, Vorsitzender des KSCV, an ihn heran, erklärte ihm, dass der akademische Fechtmeister Naumann unlängst verstorben sei und warf die Frage auf, ob er nicht gewillt wäre, dessen Tätigkeit zu übernehmen. Seine erste Mensur sah Jurek noch im selben Jahr in Marburg und war von dem, was er sah, schwer beeindruckt. Anschließend wurde er von den Fechtmeistern Schrott in Marburg und Glanz in Nürnberg als Fechtmeister des akademischen Fechtens unterwiesen. Bereits nach vier Wochen begann er damit, sich eigene Hieb-Kombinationen zu ersinnen und Fechtstunden zu leiten. Seit 1980 ist Jurek offiziell akademischer Fechtmeister und betreut seitdem den Hochschulort Berlin. Nach der Wiedervereinigung sind noch Tätigkeitsfelder in Frankfurt/Oder, Potsdam und – bei Bedarf – in Greifswald hinzugekommen.